Diabetisches Fußsyndrom Was dahintersteckt – und warum frühes Hinsehen so wichtig ist Tuesday, 27. Jan, 2026 Das diabetische Fußsyndrom gehört zu den häufigsten und zugleich unterschätzten Folgeerkrankungen bei Menschen mit Diabetes. Für pflegende Angehörige ist das Thema besonders relevant, denn Veränderungen an den Füßen entstehen oft schleichend – und werden im Alltag leicht übersehen. Dabei gilt: Je früher Probleme erkannt werden, desto besser lassen sich schwere Komplikationen vermeiden. Was ist das diabetische Fußsyndrom? Beim diabetischen Fußsyndrom handelt es sich nicht um eine einzelne Erkrankung, sondern um ein Zusammenspiel verschiedener Veränderungen am Fuß. Ursache ist ein über längere Zeit erhöhter Blutzuckerspiegel, der Nerven und Blutgefäße schädigt.Die Folge: Kleine Verletzungen, Druckstellen oder Hautveränderungen heilen schlechter, Infektionen können sich schneller ausbreiten – und Schmerzen werden oft gar nicht oder nur abgeschwächt wahrgenommen. Was harmlos beginnt, kann sich dadurch unbemerkt zu einer ernsthaften Wunde entwickeln. Wie entsteht das diabetische Fußsyndrom? Zwei Prozesse spielen dabei eine zentrale Rolle: 1. Nervenschäden (diabetische Neuropathie) Durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte werden Nerven geschädigt. Betroffene spüren Druck, Hitze, Kälte oder Schmerzen an den Füßen schlechter oder gar nicht mehr. Das bedeutet: Eine Blase, ein kleiner Schnitt oder ein zu enger Schuh bleibt oft unbemerkt. 2. Durchblutungsstörungen Diabetes kann die Blutgefäße verengen. Wird das Gewebe schlechter durchblutet, fehlen Sauerstoff und Nährstoffe – Wunden heilen langsamer, das Infektionsrisiko steigt.Beide Faktoren zusammen sind besonders problematisch: Verletzungen entstehen leichter, werden später bemerkt und heilen schlechter. Wer hat ein erhöhtes Risiko? Ein diabetisches Fußsyndrom entwickelt sich meist nicht plötzlich, sondern über Jahre. Das Risiko steigt insbesondere bei: langjährigem Diabetesschlecht eingestellten Blutzuckerwertenbestehenden Nervenschäden oder Durchblutungsproblemenbereits aufgetretenen Fußwundeneingeschränkter Mobilität oder Sehfähigkeithöherem Lebensalter Für pflegende Angehörige heißt das: Auch wenn aktuell keine offenen Wunden sichtbar sind, lohnt sich ein genauer Blick – besonders bei bekannten Risikofaktoren. Typische Anzeichen, die ernst genommen werden sollten Gerade weil Schmerzen oft fehlen, sind äußere Veränderungen besonders wichtig. Achte unter anderem auf: Taubheitsgefühl, Kribbeln oder „pelziges“ Empfinden in Füßen oder ZehenDruckstellen, Blasen oder kleine Risse, die nicht abheilenRötungen, Schwellungen oder ungewöhnliche Wärme an bestimmten StellenVerhornte Haut, Verfärbungen oder Nägel, die sich verändernNässende Stellen oder unangenehmer Geruch Viele Betroffene bemerken diese Veränderungen nicht selbst – regelmäßige Kontrolle ist deshalb ein zentraler Bestandteil der häuslichen Pflege. Warum frühes Erkennen so entscheidend ist Je früher Auffälligkeiten erkannt werden, desto größer sind die Behandlungsmöglichkeiten. Unbehandelt können sich kleine Wunden zu tiefen Infektionen entwickeln, die lange Therapien oder sogar Krankenhausaufenthalte nach sich ziehen.Für pflegende Angehörige bedeutet das: Aufmerksamkeit ist keine Übervorsicht, sondern ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit und Lebensqualität des Pflegebedürftigen. Fazit Das diabetische Fußsyndrom entsteht schleichend, bleibt oft lange unbemerkt und kann schwerwiegende Folgen haben. Wer weiß, worauf zu achten ist, kann früh reagieren – und damit viel verhindern. Quellen & weiterführende Informationen:Die Inhalte dieses Artikels basieren auf aktuellen medizinischen Informationen und Empfehlungen aus folgenden Fach- und Patientenquellen:Deutsches Diabetes-Zentrum / diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfehttps://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/begleiterkrankungen_bei_diabetes/diabetisches_fusssyndromStoffwechselcentrum Rhein-Mainhttps://www.stoffwechselcentrum.de/leistungen/diabetes_mellitus/diabetisches_fusssyndromHARTMANN Wissensportalhttps://www.hartmann.info/de-de/wissen/3/d/diabetisches-fusssyndromUniversitätsklinikum Regensburg – Gefäßchirurgiehttps://www.ukr.de/gefaesschirurgie/leistungsspektrum/diabetisches-fusssyndrom-dfsDeutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) – Praxisempfehlungen 2023https://www.ddg.info/fileadmin/user_upload/05_Behandlung/01_Leitlinien/Praxisempfehlungen/2023/dus_2023_Praxisempfehlungen_Morbach_Diabetisches-Fusssyndrom.pdfdiabetes-deutschland.dehttps://www.diabetes-deutschland.de/archiv/4667.htm
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