Was ändert sich in der häuslichen Pflege 2026? | fabel

Ein Überblick für pflegende Angehörige Was ändert sich in der häuslichen Pflege 2026?

2026 bringt einige wichtige Neuerungen in der häuslichen Pflege. Viele davon betreffen genau die Bereiche, die pflegende Angehörige im Alltag besonders fordern: Organisation, Bürokratie und Planungssicherheit. Ziel der Änderungen ist es, Pflege zuhause einfacher und besser handhabbar zu machen – gerade für Familien, die ihre Liebsten selbst versorgen. Ein zentraler Teil der Reformen basiert auf dem Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP), das 2026 in Kraft tritt. Welche Änderungen das konkret sind und was sie für deinen Pflegealltag bedeuten, zeigen wir dir im Überblick.

1. Mehr Befugnisse für Pflegefachkräfte – weniger Bürokratie im Alltag

Ab 2026 dürfen Pflegefachkräfte stärker und selbstständiger arbeiten – auch bei Aufgaben, die bisher nur Ärzt:innen oder besonders formalen Prozessen vorbehalten waren. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte heilkundliche Tätigkeiten im Rahmen ihrer Qualifikation, die bisher nicht ohne ärztliche Delegation möglich waren.

Was bedeutet das für dich als Angehöriger?

Wenn professionelle Pflege vor Ort beteiligt ist, können Fachkräfte größere Teile der Versorgung eigenverantwortlich übernehmen. Das kann nicht nur für Entlastung sorgen, sondern auch dazu beitragen, dass Entscheidungen schneller und direkt dort getroffen werden, wo sie gebraucht werden – im Alltag zuhause.

Beispiel: Wundversorgung oder bestimmte pflegerische Maßnahmen können ohne jede Arztanordnung durchgeführt werden, was zeitnahe Hilfe erleichtert.

2. Gesundheitliche Prävention in der häuslichen Pflege

Ein zentraler Punkt im BEEP (Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege) ist, dass Präventionsangebote künftig auch direkt für die häusliche Pflege entwickelt werden sollen. Das heißt: Pflegefachkräfte oder Pflegeberater informieren stärker über Angebote zur Gesundheitsvorsorge – etwa zu Bewegung, Sturzprophylaxe, Ernährung oder Stressbewältigung.

Wie kannst du das nutzen?

Frühzeitige Prävention hilft, gesundheitliche Verschlechterungen zu vermeiden oder zu verzögern. Das kann zum Beispiel durch anerkannte Kurse in der Nähe des Wohnorts oder durch Online-Angebote geschehen. Solche Maßnahmen können den Alltag stabilisieren und Belastungen reduzieren – nicht nur für die pflegebedürftige Person, sondern auch für dich als pflegende Angehörige oder pflegenden Angehörigen.

3. Beratungseinsätze werden einfacher organisiert

Bisher mussten Pflegebedürftige, die Pflegegeld beziehen, je nach Pflegegrad unterschiedlich häufig verpflichtende Beratungseinsätze (§37.3 SGB XI) wahrnehmen.
Ab 2026 gilt für alle Pflegegrade 2 bis 5 nur noch ein halbjährlicher Pflichttermin pro Jahr, unabhängig vom Pflegegrad.

Was bedeutet das für dich?

Das bedeutet weniger Pflichttermine, weniger Termine zum Organisieren – aber weiterhin die Möglichkeit, diese Beratungen freiwillig auch öfter zu nutzen, zum Beispiel wenn du Fragen zur Pflegeorganisation, Finanzierung oder zur Entlastung hast.

4. Verhinderungspflege: Fristen werden zeitnaher

Die Verhinderungspflege (auch Ersatzpflege genannt) wird 2026 in der Handhabung geändert: Künftig können Leistungen nur noch bis zum Ende des Folgejahres nach dem Pflegefall beantragt werden – nicht mehr rückwirkend über mehrere Jahre, wie es früher möglich war.

Praxis-Tipp für pflegende Angehörige:

Wenn du Verhinderungspflege nutzt (z. B. weil du krank bist oder eine Auszeit brauchst), dann achte darauf, Anträge rechtzeitig einzureichen – am besten sobald die Ersatzpflege begonnen hat. Wenn die Frist verstreicht, kann ein Anspruch verloren gehen.

5. Pflegegeld auch bei Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalten länger gesichert

Ab 2026 wird das Pflegegeld bei einem Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalt nicht mehr nur für vier Wochen weitergezahlt, sondern bis zu acht Wochen. Das schafft mehr finanzielle Sicherheit in Übergangsphasen, in denen du als Angehöriger vielleicht gerade nach koordinierten Übergaben suchst oder die weitere Versorgung planst

6. Leistungen bleiben stabil – aber ohne neue Erhöhungen

Nach den Anhebungen im Jahr 2025 steigen die Pflegeleistungen wie Pflegegeld oder Sachleistungen im Jahr 2026 nicht automatisch weiter an. Das heißt: Die Beträge bleiben erstmal auf dem Niveau von 2025, ohne zusätzliche Dynamisierung.

Was du wissen solltest:

Das bietet zwar Planungssicherheit, bedeutet aber auch, dass die Leistungen nicht automatisch mit der allgemeinen Preisentwicklung mitwachsen. Gerade bei steigenden Lebenshaltungskosten kann das spürbar sein – und sollte bei der Pflegeplanung berücksichtigt werden.

7. Digitalisierung und digitale Pflegeanwendungen (DiPA) kommen stärker ins Spiel

Digitale Pflegeanwendungen sollen 2026 stärker genutzt und gefördert werden. Dazu zählen Apps und digitale Tools, die pflegende Angehörige im Alltag unterstützen können – zum Beispiel durch Erinnerungen, Übungen, Pflege-Checklisten oder eine bessere Organisation des Pflegealltags.

Wie du das nutzen kannst

Digitale Helfer können im Alltag echte Entlastung bringen: etwa bei der Erinnerung an Medikamente, bei Mobilitäts- oder Gedächtnisübungen oder beim schnellen Zugang zu verlässlichen Informationen und Beratungsangeboten.
Gerade wenn viele Dinge gleichzeitig organisiert werden müssen, helfen digitale Lösungen dabei, den Überblick zu behalten und Entscheidungen fundierter zu treffen.

Solche Anwendungen werden künftig eine immer größere Rolle spielen – auch weil sie pflegende Angehörige dort unterstützen, wo Pflege tatsächlich stattfindet: zuhause. Lösungen wie die fabel App setzen genau hier an, indem sie Wissen, Orientierung und Organisation an einem Ort bündeln.

8. Ausblick: Weitere Reformen – und was noch kommt

Die Neuerungen für 2026 sind ein Schritt in eine langfristige Weiterentwicklung der Pflege. Bund und Länder planen bis Ende 2026 weitere, teils umfassendere Änderungen – etwa zur Finanzierung, zur Transparenz von Leistungen und zu weiteren Unterstützungs- und Präventionsangeboten.

Das bedeutet: Die Pflege bleibt in Bewegung – und es lohnt sich, die eigenen Ansprüche und Möglichkeiten regelmäßig zu überprüfen.

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