Tipps bei Schlafproblemen | fabel

Was pflegenden Angehörigen wirklich hilft Tipps bei Schlafproblemen

Schlafprobleme gehören für viele pflegende Angehörige zum Alltag.Nicht, weil sie „nicht abschalten können“, sondern weil Verantwortung, Anspannung und unvorhersehbare Nächte den Körper dauerhaft im Wachmodus halten. Einschlafen dauert lange. Nächtliches Aufwachen wird zur Routine. Und selbst nach mehreren Stunden fühlt sich der Schlaf nicht erholsam an. Die gute Nachricht: Schlafprobleme sind kein persönliches Versagen – und sie lassen sich beeinflussen. Nicht mit Perfektion, sondern mit realistischen Anpassungen, die zum Pflegealltag passen.

Warum Schlafprobleme bei pflegenden Angehörigen so häufig sind

Schlaf entsteht nicht auf Knopfdruck. Er braucht Sicherheit – körperlich und mental.
Im Pflegealltag fehlt genau das oft:

  • permanente Ansprechbereitschaft
  • Sorgen um die pflegebedürftige Person
  • unterbrochene Nächte
  • fehlende Entlastungsphasen

Der Körper lernt: Ich muss wachsam bleiben. Das Nervensystem kommt abends nicht mehr richtig herunter – selbst dann, wenn objektiv Ruhe möglich wäre.

1. Schlafprobleme verstehen: Was genau fällt dir schwer?

Bevor du etwas veränderst, lohnt sich eine ehrliche Einordnung. Schlafprobleme sehen unterschiedlich aus:

  • Einschlafprobleme: Du bist müde, aber der Kopf bleibt aktiv.
  • Durchschlafprobleme: Du wachst nachts häufig oder lange auf.
  • Frühes Erwachen: Du wirst sehr früh wach und kannst nicht mehr einschlafen.
  • Nicht erholsamer Schlaf: Du schläfst, fühlst dich aber tagsüber trotzdem erschöpft.

2. Tagsüber ansetzen: Schlaf beginnt nicht erst abends

Was viele unterschätzen: Der Grundstein für guten Schlaf wird tagsüber gelegt.

Das hilft deinem Schlaf langfristig:

  • Tageslicht am Morgen: Auch kurze Aufenthalte draußen stabilisieren den Schlaf-Wach-Rhythmus.
  • Bewegung, angepasst an deine Situation: Spazierengehen reicht oft aus.
  • Koffein bewusst einsetzen: Nicht verbieten, aber zeitlich begrenzen (idealerweise nicht nach dem frühen Nachmittag).
  • Mini-Erholungsfenster: Kleine Pausen tagsüber entlasten das Nervensystem und reduzieren abendliche Anspannung.

Schlafprobleme entstehen oft nicht durch zu wenig Schlafzeit – sondern durch zu wenig Erholung über den Tag verteilt.

3. Abends runterfahren – auch wenn der Tag lang war

Viele pflegende Angehörige kommen erst spät zur Ruhe. Der Fehler: direkt vom Funktionieren ins Bett zu wechseln.

Besser ist ein Übergang.

Realistische Abendtipps für den Pflegealltag:

  • gleiche Abläufe, nicht gleiche Uhrzeiten
  • Licht am Abend dimmen
  • Reizquellen reduzieren (Nachrichten, Mails, Social Media)
  • kurze Rituale statt langer Routinen: z. B. Tee, ruhige Musik, Atemübungen

4. Wenn du nachts wach liegst

Nächtliches Wachliegen ist belastend – vor allem, wenn am nächsten Tag Verantwortung wartet. Was hilft:

  • Nicht gegen das Wachsein ankämpfen. Druck verschlechtert den Schlaf.
  • Gedanken auslagern: Notiere Sorgen oder To-dos, statt sie im Kopf zu drehen.
  • Bett = Schlafplatz: Wenn du lange wach liegst, steh kurz auf und mach etwas Ruhiges.
  • Uhrzeit vermeiden: Häufiges Nachsehen erhöht Stress.

Wann du dir Hilfe holen solltest

Schlafprobleme sollten ernst genommen werden, wenn sie:

  • über mehrere Wochen anhalten
  • deine Belastbarkeit deutlich einschränken
  • mit starker Erschöpfung oder Stimmungsschwankungen einhergehen

Ein Gespräch mit Hausärzt:innen oder Fachpersonal kann helfen, Ursachen zu klären – auch im Zusammenhang mit Medikamenten oder Dauerstress.

Fazit: Schlafprobleme sind kein persönliches Versagen

Im Pflegealltag sind Schlafprobleme kein Ausnahmezustand – sondern eine häufige Folge von Verantwortung und Dauerbelastung.

Wichtig ist:

  • sie nicht zu ignorieren
  • sie nicht zu bagatellisieren
  • und sie nicht allein „aushalten“ zu wollen

Guter Schlaf ist kein Luxus. Er ist eine Voraussetzung dafür, langfristig für andere da sein zu können – und für dich selbst.

image of a Newsletter in an Inbox

fabel Newsletter

Abonniere jetzt den Newsletter, um Neuigkeiten, Infos zur App & Tipps rund um das Thema Pflege zu erfahren.