Nachlass und Erbschaft

Was ist vorab zu regeln und was passiert, wenn man das nicht tut?

Schritte zur Sicherstellung, dass dein Vermögen gemäß deinem Willen verteilt wird und rechtliche Komplikationen vermieden werden.

Auch wenn der Umgang mit Nachlass und Erbschaft nicht einfach ist, ist dieser ein wesentlicher Bestandteil der Vorsorge für die Zukunft. Es ist wichtig, sich frühzeitig mit der Planung des eigenen Nachlasses zu befassen, um sicherzustellen, dass das eigene Vermögen nach eigenem Willen verteilt wird und unnötige rechtliche oder finanzielle Belastungen für die Hinterbliebenen vermieden werden. In diesem Artikel erfährst du, was du vorab regeln solltest und welche Konsequenzen entstehen können, wenn du keine entsprechenden Vorkehrungen triffst.

Wichtige Aspekte der Nachlassplanung

1. Testament oder Erbvertrag

Ein klar formuliertes Testament oder ein Erbvertrag ist grundlegend, um deinen letzten Willen rechtsgültig festzulegen. Die einfachste Form des Testaments ist das privatschriftliche Testament. Dieses muss vollständig handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Es kann privat oder amtlich bei einem Nachlassgericht oder Notar hinterlegt werden. Ein öffentliches Testament wird mit Hilfe eines Notars erstellt, um Fehler zu vermeiden.

Im Gegensatz zu einem Testament, bei dem Änderungen einseitig möglich sind, wird ein Erbvertrag vor einem Notar geschlossen und bindet sowohl den Erblasser als auch die Erben fest an die vereinbarten Regelungen, die später nicht einseitig geändert werden können. Er bleibt auch bei Scheidung oder Trennung gültig, außer es wird ein Rücktrittsrecht vereinbart. Der Erbvertrag eignet sich besonders, um verbindliche Regelungen für die Erbfolge, wie z.B. in einem Familienunternehmen, zu treffen.

2. Vorsorgevollmacht

Eine Vorsorgevollmacht kann plötzlich von wichtiger Bedeutung sein, wenn du nicht mehr in der Lage bist, eigene Entscheidungen zu treffen. Durch eine Vorsorgevollmacht kannst du eine Vertrauensperson bestimmen, die Entscheidungen über deine Gesundheitsfürsorge und/oder dein Vermögen trifft, falls du selbst dazu nicht mehr in der Lage bist. In der Vorsorgevollmacht kannst du festlegen, ob sie für alle deine Angelegenheiten gelten soll oder nur für spezifische Aufgaben und Entscheidungen. Die Vorsorgevollmacht tritt erst dann in Kraft, wenn du selbst nicht mehr in der Lage bist, diese Aufgaben selbst zu erledigen.
Einen Musterantrag für eine Vorsorgevollmacht findest du hier:

3. Patientenverfügung

In der Patientenverfügung hältst du schriftlich und verbindlich fest, welche medizinischen Behandlungen vorgenommen werden sollen, wenn du entscheidungsunfähig bist. Dies könnte eintreten, wenn du aufgrund einer Krankheit, eines Unfalls oder am Ende deines Lebens beispielsweise in ein Koma fällst und nicht mehr kommunizieren kannst. Du kannst auch angeben, wann auf medizinische Maßnahmen verzichtet werden soll. Das kann beispielsweise künstliche Ernährung, Beatmung oder Operationen umfassen. Einen Musterantrag für eine Patientenverfügung findest du hier:

4. Pflichtteil und Enterbung

Informiere dich über die gesetzlichen Pflichtteilsansprüche und die Möglichkeiten einer Enterbung. Eine Enterbung muss präzise begründet und dokumentiert werden, um rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.

5. Nachlassverwaltung

Eine gut strukturierte Nachlassverwaltung hilft dir dabei, dein Vermögen effizient und genau nach deinen Vorstellungen zu verwalten und zu verteilen. Du hast die Möglichkeit, einen Nachlassverwalter zu bestimmen, der sich um alle notwendigen Aufgaben kümmert. Dieser Verwalter sorgt dafür, dass deine Anweisungen präzise umgesetzt werden und alle rechtlichen Aspekte beachtet werden. So kannst du sicher sein, dass dein Vermögen auch nach deinem Ableben in den richtigen Händen ist.

Konsequenzen fehlender Nachlassregelung

1. Gesetzliche Erbfolge

Ohne Testament oder Erbvertrag tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft, die möglicherweise nicht immer den persönlichen Präferenzen entspricht. Dies kann zu unerwünschten Erbverteilungen und potenziellen Konflikten zwischen den Erben führen.

2. Gerichtliche Auseinandersetzungen

Fehlende Regelungen können zu langwierigen und kostenintensiven gerichtlichen Auseinandersetzungen führen. Dies belastet nicht nur finanziell, sondern auch emotional alle Beteiligten.

3. Fiskus als Erbe

Wenn keine Erben ermittelt werden können, fällt der Nachlass an den Staat. Um dies zu vermeiden, ist es essenziell, ein Testament zu verfassen.

4. Unklarheit in der Vermögensverteilung

Unklarheiten in der Vermögensverteilung können dazu führen, dass Vermögenswerte nicht entsprechend Ihren Wünschen genutzt oder gepflegt werden.

Fazit

Es ist wichtig, dass du deinen eigenen Nachlass frühzeitig regelst. Hol dir professionelle Beratung, um sicherzustellen, dass alle Aspekte rechtlich abgesichert sind. Dadurch vermeidest du Probleme und gewährleistet, dass dein letzter Wille respektiert und dein Vermögen nach deinen Wünschen verwaltet wird.

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