Warum Bewegung so wichtig ist und wie sie sich mit Pflegegrad in den Alltag integrieren lässt | fabel

Bewegung im Alter Warum Bewegung so wichtig ist und wie sie sich mit Pflegegrad in den Alltag integrieren lässt

Mit einem Pflegegrad verändert sich der Alltag oft grundlegend: Kraft und Mobilität nehmen ab, manche Bewegungen fallen schwerer oder sind ohne Hilfe gar nicht mehr möglich. Gerade deshalb wird Bewegung schnell aus dem Alltag verdrängt, dabei ist sie eines der wirksamsten Mittel, um Selbstständigkeit zu erhalten und einer weiteren Verschlechterung entgegenzuwirken.

Bewegung mit Pflegegrad bedeutet nicht Sport im klassischen Sinn. Es geht darum, den Körper im Rahmen der individuellen Möglichkeiten aktiv zu halten, egal ob mit Rollator, im Rollstuhl oder mit Unterstützung durch Angehörige und Pflegepersonen.

Warum Bewegung gerade bei Pflegebedürftigkeit so viel bewirkt

Körperliche Vorteile Bewegung erhält Muskelkraft, Gelenkbeweglichkeit und Gleichgewicht. Das senkt das Sturzrisiko erheblich, eine der häufigsten Ursachen für einen höheren Pflegebedarf. Auch das Herz-Kreislauf-System und der Stoffwechsel profitieren, selbst wenn nur kleine Bewegungsumfänge möglich sind.

Erhalt der Selbstständigkeit Wer in Bewegung bleibt, kann alltägliche Handlungen wie Aufstehen, Anziehen oder kurze Wege oft länger selbst bewältigen. Das entlastet Angehörige und Pflegepersonen und kann dazu beitragen, dass sich der Pflegegrad nicht schneller verschlechtert als nötig.

Geistige Vorteile Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirns und kann geistige Fähigkeiten länger erhalten. Viele Betroffene berichten von mehr Wachheit und besserer Stimmung nach Bewegungseinheiten.

Soziale und emotionale Vorteile Bewegung, die gemeinsam stattfindet, wirkt gegen Isolation und Antriebslosigkeit. Der Austausch mit Angehörigen, Pflegepersonen oder anderen in der Tagespflege tut der Seele gut und gibt dem Tag Struktur.

Bewegung in den Pflegealltag integrieren

Bewegung lässt sich auch bei eingeschränkter Mobilität in bestehende Abläufe einbauen. Hier ein paar Ideen, die sich im Alltag umsetzen lassen:

Bewegung in Pflegehandlungen einbauen Beim An- und Auskleiden, beim Aufstehen aus dem Bett oder beim Wechsel vom Bett in den Rollstuhl können Betroffene, so weit es geht, aktiv mithelfen statt sich komplett tragen zu lassen. Das erhält Muskelkraft und Koordination.

Kurze, begleitete Bewegungsmomente einplanen Ein gemeinsamer Gang durch die Wohnung, ein paar Schritte mit dem Rollator zur Tür oder ein kurzes Aufstehen vom Stuhl, mehrmals am Tag, in kleinen Portionen, machen oft mehr aus als eine lange Einheit.

Sitzende Aktivitäten nutzen Wenn Stehen oder Gehen schwerfällt, lassen sich einfache Bewegungen im Sitzen einbauen, zum Beispiel während des Fernsehens oder bei Gesprächen. Auch das zählt als Bewegung.

Hilfsmittel gezielt einsetzen Haltegriffe, ein Rollator oder ein Duschhocker geben Sicherheit und ermutigen dazu, sich trotz eingeschränkter Kraft mehr zuzutrauen. Wer sich sicher fühlt, bewegt sich eher.

Worauf du achten solltest

Jede Bewegung sollte zum individuellen Gesundheitszustand passen. Bei Unsicherheit lohnt sich eine Rücksprache mit der Hausärztin, dem Hausarzt oder der behandelnden Physiotherapie, welche Bewegungsformen geeignet sind. Wichtig ist, auf Signale des Körpers zu achten und Bewegung niemals zu erzwingen. Kleine, regelmäßige Einheiten sind wirksamer als seltene, anstrengende Ausnahmen.

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