Risiken erkennen und gezielt vorbeugen | fabel

Sturzprävention im Alter Risiken erkennen und gezielt vorbeugen

Ein Sturz kann für Menschen mit Pflegegrad weitreichende Folgen haben: von Prellungen über Brüche bis hin zu einem Verlust an Selbstvertrauen und Mobilität. Oft ist ein Sturz auch der Auslöser dafür, dass sich der Pflegebedarf spürbar erhöht. Deshalb lohnt es sich, Sturzrisiken frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.

Warum Stürze so eine große Rolle spielen

Mit zunehmendem Pflegebedarf steigt häufig auch das Sturzrisiko: Muskelkraft und Gleichgewicht nehmen ab, die Reaktionsfähigkeit sinkt. Ein Sturz ist dabei nicht nur ein akutes Ereignis. Er kann dazu führen, dass Betroffene sich aus Angst vor einem erneuten Sturz weniger bewegen, was die Mobilität zusätzlich verschlechtert. Sturzprävention ist deshalb eine der wirksamsten Maßnahmen, um Selbstständigkeit zu erhalten.

Risikofaktoren erkennen

Mehrere Faktoren erhöhen das Sturzrisiko gleichzeitig:

  • Muskelschwäche und Gleichgewichtsprobleme Wer selten aufsteht oder sich wenig bewegt, verliert Kraft und Stabilität schneller.
  • Medikamente Manche Medikamente machen müde, schwindelig oder beeinträchtigen die Reaktionsfähigkeit. Ein regelmäßiger Check der Medikation mit der Hausärztin oder dem Hausarzt kann helfen, Risiken zu erkennen.
  • Sehkraft Schlechtes Sehen erschwert es, Hindernisse oder Stufen rechtzeitig wahrzunehmen. Ein regelmäßiger Sehtest lohnt sich.
  • Unsicherheit beim Gehen Wer sich beim Gehen unsicher fühlt oder häufig nach Halt sucht, hat ein erhöhtes Sturzrisiko, auch wenn noch keine offensichtliche Einschränkung vorliegt.

Was man zur Sturzprävention tun kann

Sturzprävention setzt am besten an mehreren Stellen gleichzeitig an.

  • Ein jährlicher Sehtest und eine passende Brille sorgen dafür, dass Hindernisse und Stufen rechtzeitig erkannt werden.
  • Auch auf passendes Schuhwerk zu achten, macht einen großen Unterschied: Feste Schuhe mit rutschfester Sohle geben deutlich mehr Halt als Socken.
  • Bewegung sollte gezielt eingesetzt werden, denn regelmäßige, an die individuellen Möglichkeiten angepasste Bewegung stärkt Muskulatur und Gleichgewicht, und auch gezieltes Balance- und Krafttraining, etwa durch Physiotherapie, kann das Sturzrisiko spürbar senken.
  • Hilfsmittel sollten dabei nicht gescheut werden: Ein Rollator oder Gehstock gibt zusätzliche Sicherheit beim Gehen, wenn Gleichgewicht oder Kraft nachlassen, wichtig ist, das Hilfsmittel auch tatsächlich zu nutzen, statt es aus falschem Stolz zu vermeiden.
  • Ergänzend dazu sollten chronische Erkrankungen, die das Sturzrisiko beeinflussen können, etwa Kreislaufprobleme oder neurologische Erkrankungen, regelmäßig ärztlich begleitet werden.

Was tun nach einem Sturz

Auch mit guter Vorsorge lässt sich nicht jeder Sturz vermeiden. Wichtig ist dann, schnell Hilfe rufen zu können, weshalb ein Hausnotrufsystem im Ernstfall entscheidend sein kann. Nach einem Sturz sollte außerdem immer eine ärztliche Abklärung erfolgen, auch wenn keine sichtbaren Verletzungen vorliegen, um mögliche Ursachen zu erkennen und weiteren Stürzen vorzubeugen.

Fazit

Sturzprävention ist ein Zusammenspiel aus Bewegung, Medikamenten-Check, gutem Sehen, passendem Schuhwerk und dem richtigen Hilfsmittel. Wer an mehreren Stellen gleichzeitig ansetzt, kann das Sturzrisiko deutlich senken und damit die Selbstständigkeit und Lebensqualität länger erhalten.

image of a Newsletter in an Inbox

fabel Newsletter

Abonniere jetzt den Newsletter, um Neuigkeiten, Infos zur App & Tipps rund um das Thema Pflege zu erfahren.